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Infos Funktion Elektrischer Weidezaun

Wie funktioniert ein elektrischer Weidezaun?

 

Das Prinzip einer elektrischen Weidezaunanlage besteht darin, Tiere durch kurze und ungefährliche Stromschläge davon abzuhalten, aus dem umzäunten Bereich auszubrechen bzw. in ein gesichertes Areal, etwa ein Maisfeld, einzudringen. Bei Berührung des Zaunes bekommt das Tier einen Schreck und lernt schnell, wie sich diese unschöne Erfahrung vermeiden lässt. Bereits nach wenigen solcher ungefährlichen, aber einprägsamen „Schockmomente“ wissen Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Kleintiere und auch Wildtiere: „Bis hierher und nicht weiter.“

Die Basis einer elektrischen Weidezaunanlage bildet ein geeignetes Weidezaungerät. Von diesem Gerät, das übers Netz, mit Akku, Batterie oder durch Sonnenenergie betrieben werden kann, wird der Strom ausgesendet. Über das Zaunmaterial – Band, Seil, Litze oder Draht – fließen die Stromimpulse über die gesamte Länge des Zaunes. Berührt ein Tier den Zaun, so bekommt es einen dieser Impulse zu spüren, der daraufhin über den Körper in den Boden abgleitet wird und dann durch Erdstäbe zum Weidezaungerät zurückfließt. Auf diese Weise schließt das Tier den Stromkreis, was mit einem abschreckenden Stromschlag verbunden ist. Wie gesagt: Wenn Sie sich für ein der Tierart entsprechenden Weidezaungerät entscheiden, ist ein solcher Stromschlag in keiner Weise gesundheitsschädigend, sondern wird lediglich als sehr unangenehm empfunden. Die einzige „Nebenwirkung“, die dieses Erlebnis mit sich bringt, ist die Einsicht, den Zaun als Grenze zu respektieren.  

 

Die Funktion eines elektrischen Weidezaunes im Einzelnen

1. Das Weidezaungerät

Wie bereits oben erwähnt arbeitet das Weidezaungerät mit Stromimpulsen. Diese Impulse haben lediglich eine Dauer von 0,1 bis 0,3 tausendstel Sekunden. Während dieser kaum messbar kurzen Zeit erhält das Tier den unangenehmen, aber ungefährlichen Schlag. Erst nach einer bis anderthalb Sekunden später würde der nächste Impuls folgen, doch da ist das Tier in den meisten Fällen bereits vom Zaun zurück gewichen. Die Energie, welche durch das Elektrozaungerät in den Zaun gegeben wird, misst man in Joule. Die Spannung des Zaunes wird hingegen in Volt gemessen. Eine gewisse Zaunspannung ist notwendig, um das Fell des Tieres, welches eine isolierende Wirkung hat, zu überbrücken, denn nur dann kann die Energie spürbar überspringen. Bei der Wahl des geeigneten Weidezaungerätes kommt es deshalb sehr auf die Tierart (Felldichte, Robustheit, Widerspenstigkeit) an. Außerdem spielen auch die Zaunlänge und der Pflanzenbewuchs des Zaunes eine große Rolle bei der Wahl der Stärke eines Weidezaungerätes. Mit einem einzigen Weidezaungerät kann ein Zaun von einer Länge von mehr als 100km gleichmäßig versorgt werden. Ist der Zaun jedoch bewachsen, reduziert sich die Zaunlänge drastisch. Der Grund dafür sind die Ableitungen der Stromimpulse über die Pflanzen in den Boden. Starke Weidezaungeräte können derartige Störungen durch Bewuchs überbrücken, ohne dass der Stromfluss an Energie verliert, allerdings sollte die Zaunlänge in solchen Fällen deutlich geringer sein, als das für das Gerät angegebene Längenmaximum ohne Bewuchs. Sinnvoll ist es daher, den Bewuchs in unmittelbarer Nähe des Zaunes kurz zu halten.

 

2. Das Leitermaterial

Die vom Weidezaungerät ausgehenden Stromimpulse werden über das Leitermaterial transportiert. Beim Leitermaterial handelt es sich um spezielle Breitbänder, Seile, Litzen, Weidezaunnetze oder Weidezaundrähte. Diese dienen nicht nur als Impulstransporter, sondern bilden gleichzeitig die sichtbare Barriere des Zaunes. Aus diesem Grund ist es ratsam, auf möglichst auffälliges Leitermaterial zurückzugreifen. Ein Breitband in hellen oder leuchtenden Farben wird schon von Weiten wahrgenommen, sodass die zu hütenden Tiere, aber auch Menschen, keinen versehentlichen Stromschlag erhalten. Wichtig ist es, ausschließlich Leitermaterial zu verwenden, das extra für elektrische Weidezaunanlagen entwickelt wurde. Niemals sollten Sie zu Stacheldraht als Leitermaterial greifen! Ein weiterer Tipp, um den gleichmäßigen Impulsfluss zu gewährleisten ist es, das Leitermaterial möglichst von Bewuchs durch hohes Gras oder Büsche zu befreien. Sollte dies an manchen Stellen der Anlage, etwa aufgrund einer direkten Angrenzung an eine Hecke, nicht möglich sein, ist es ratsam, zu einem schlagstarken Gerät zu greifen. Weidezaungeräte, die eine Spannung von wenigstens 3000 Volt besitzen, wirken Bewuchs vernichtend. Das bedeutet, dass ihre Energie ausreicht, um Pflanzenspitzen, die das Leitermaterial berühren, zum Absterben zu bringen.

 

3. Isolatoren, Pfähle und Torgriffe

Um das Weidezaungerät und das Leitermaterial optimal miteinander zu verknüpfen, gehören auch Weidezaunpfähle, Isolatoren sowie Torgriffe zu einer Weidezaunanlage dazu. Sie dienen zum einen dazu, das Zaunmaterial in der idealen Position zu halten, indem es durch die Isolatoren geführt und an den Pfählen befestigt wird. Zum anderen bestehen Isolatoren, spezielle Kunststoffpfähle und Zaungriffe aus Materialien, die einen gleichmäßigen Fluss der Stromimpulse gewährleisten, da sie unnötige Ableitungen in den Boden verhindern. Wer also eine Weidezaunanlage planen möchte, der sollte nicht an speziell entwickelten Materialien sparen. Denn diese überzeugen durch Stabilität, Sicherheit, Witterungsbeständigkeit und Störungsfreiheit.

 

4. Die Erdung

Eine häufige Ursache, weshalb eine an sich einwandfreie Weidezaunanlage nicht optimal funktioniert, ist eine mangelhafte Erdung. Der Weidezaun an sich muss keinen geschlossenen Stromkreis darstellen. Das heißt, sein Anfang und sein Ende müssen nicht miteinander verbunden sein. Dennoch ist ein geschlossener Stromkreis für die Funktion des Weidezauns wichtig und wird durch die richtige Erdung, d.h. die Rückleitung der Stromimpulse über den Boden zum Weidezaungerät, ermöglicht. Um die ideale Erdung einzurichten, werden Erdstäbe verwendet, zu denen der Strom über den Boden zurückfließen kann. Vor allem trockene Erde leitet Strom sehr schlecht, deshalb sollte bei trockenen, aber auch gefrorenen, sandigen oder steinigen Böden besonders gut nach geeigneten Stellen für das Setzen der Erdstäbe gesucht werden. Eventuell muss in solchen Fällen tiefer gegraben werden, um feuchte Bereiche zu erreichen.

 

Die Vorteile der Tierhaltung mit elektrischem Weidezaun

Wer seine Tiere, seien es Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine Geflügel oder auch Hunde, Katzen und Kaninchen, mithilfe eines Weidezaungerätes im Freien halten möchte, der trifft eine gute Entscheidung. Denn eine elektrische Weidezaunanlage bietet im Vergleich zu anderen Hütemöglichkeiten viele Vorteile.

  • Eine elektrische Weidezaunanlage kann schnell und einfach auf- und abgebaut werden.
  • Eine elektrische Weidezaunanlage kann flexibel betrieben werden. Sie lässt sich einfach erweitern, umbauen oder versetzen.
  • Eine elektrische Weidezaunanlage birgt kein Verletzungsrisiko für Mensch und Tier, wie es etwa bei Stacheldraht der Fall ist. Der kurze Schock ist absolut ungefährlich.
  • Für eine elektrische Weidezaunanlage muss kein geschlossener Stromkreis errichtet werden. Die Weide kann also beliebige Formen annehmen.
  • Gute Weidezaungeräte arbeiten selbstständig und passen ihre Leistung den Bedingungen des Zaunes an.
  • Gute Weidezaungeräte reagieren automatisch auf Störungen und regulieren die Zaunspannung entsprechend.
  • Gute Weidezaungeräte können sogar mit einem Benachrichtigungssystem ausgestattet werden, die den Betreiber bei Störungen etwa per SMS alarmieren.