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Tipps Aufbau Weidezaun

Wie baue ich einen elektrischen Weidezaun auf?

 

Keine Weidezaunanlage ist wie die andere. Unterschiedliche Bedingungen und Voraussetzungen führen dazu, dass jede Weide ein Unikat ist, auf das man bei der Zusammenstellung der Komponenten und beim Aufbau des Weidezaunsystems achten muss:

 

  • Wie groß ist die zu umzäunende Fläche?
  • Wie sind die landschaftlichen Voraussetzungen?
  • Ist der Boden weich, fest, trocken oder feucht?
  • Gibt es im Bereich des Zaunes Bewuchs durch hohes Gras oder Büsche?
  • Wie sieht es mit sonnigen Plätzen auf der Weide aus?
  • Welche Tiere möchte ich hüten?
  • Wie viele Torausgänge plane ich ein?
  • Muss eine Straße oder ein Weg überbrückt werden?
  • Liegt die Weide außerhalb oder in unmittelbarer Nähe des Hofes?
  • Soll die Weide flexibel sein oder fest installiert werden?

 

Bevor Sie also Ihre Weidezaunanlage planen, sollten sie sich diese Fragen beantworten. Entsprechend können dann die einzelnen Komponenten für das Weidezaunsystem ausgewählt werden. Welche Komponenten das im Einzelnen sind, sehen Sie hier:

 

Zubehör für den elektrischen Weidezaun

 

1. Das Weidezaungerät

Bei der Wahl eines geeigneten Weidezaungerätes sind Aspekte wie die zu hütende Tierart, die Länge des Zaunes und dessen Bewuchs entscheidend. Zudem spielt es eine Rolle, wo sich der Weidezaun befindet. Nur in der Nähe eines Hauses oder Stalls mit Stromanschluss kann ein 230Volt-Netzgerät betrieben werden. Ansonsten empfehlen sich Weidezaungeräte, die über Akku oder Batterie laufen. Immer beliebter, da kostensparend und umweltfreundlich, ist auch der Solarbetrieb von Weidezaungeräten. Viele Akku- oder Batterie-Weidezaungeräte können zusätzlich mithilfe von Sonnenenergie betrieben werden. Wenn Sie ein sonniges Plätzchen in der Nähe Ihrer Weide haben, ist es sicherlich mehr als eine Überlegung wert, die kostenlose Kraft der Sonne zu nutzen.

 

2. Das Leitermaterial

Breitbänder, Seile, Litzen, Weidezaunnetze oder Weidezaundrähte – auch bei der Wahl des Leitermaterials kommt es auf die zu hütende Tierart an. Bei Schafen, Ziegen, Geflügel und Kleintieren bewähren sich Hütenetze, da sie es den Tieren unmöglich machen, unter dem Zaun hindurch zu schlüpfen. Vor allem sensible Pferde, die schnell erschrecken, wenn etwa ein lauter Traktor vorüberfährt, sind bestens hinter gut sichtbaren Breitbändern aufgehoben. Diese werden auch im Galopp schon von Weiten erkannt und gemieden, bevor es zum unangenehmen Kontakt kommt. Wichtig beim Leitermaterial sind auch die Abstände zwischen den einzelnen Ebenen, doch dazu später mehr. Grundsätzlich macht es Sinn, bei der Auswahl des Zaunmaterials auf Qualität zu achten. Denn nur hochwertiges Leitermaterial kann die Leistungen eines hochwertigen Elektrozaungerätes entsprechend weitergeben. Dabei spielt die Leitfähigkeit und Haltbarkeit der Bänder, Litzen, Seile, Netze und Drähte eine große Rolle. TLD-Max-Technology zum Beispiel ist ein Garant für eine zuverlässige Leitfähigkeit.

 

3. Isolatoren, Pfähle und Torgriffe

Für eine stabile Weidezaunanlage benötigen Sie neben einem geeigneten Gerät und dem Leitermaterial natürlich auch Pfähle und Pfosten. Je nachdem, ob es sich bei Ihrer Anlage um eine festinstallierte Weide oder eine flexible Weide handelt, können Sie sich für Festzaunpfähle oder leicht auf- und abbaubare Pfähle entscheiden. Spezielle Kunststoffpfähle haben sich für beide Zaunmodelle bewährt, da sie leicht aufzustellen sind, sich durch Stabilität und Witterungsbeständigkeit auszeichnen und einen ungehinderten Stromfluss ohne unnötige Ableitungen in den Boden ermöglichen. Bezüglich der Pfahlabstände und damit der Anzahl der Pfähle für Ihre Anlage können Sie weiter unten auf dieser Seite mehr erfahren. Neben den Pfählen gehören auch Isolatoren und Torgriffe zu einem Weidezaunsystem dazu. Isolatoren sind notwendig, um das Leitermaterial optimal zu führen und zu halten, ohne dass durch diese Berührung Energie verloren geht. Sie werden vor allem an den Pfählen angebracht, um dort die Bänder. Litzen, Seile oder Drähte sicher vorbeizuführen. Auch an Weidezauntoren werden Isolatoren benötigt und zudem spezielle Torgriffe. Für jede Ebene pro Durchgang brauchen Sie einen Torgriff, um sich einen einfachen und sicheren Zugang zu der Koppel zu ermöglichen.

 

4. Erdstäbe und Erdkabel

Die richtige Erdung ist das A und O einer perfekt funktionierenden Weidezaunanlage. Je nach Bodenbeschaffenheit müssen dazu ein oder mehrere Erdstäbe verwendet werden. Dabei kommt es auf den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens an. Sandige oder steinige Untergründe leiten den Strom nur schlecht über den Boden zum Weidezaungerät zurück, sobald ein Tier den Zaun berührt hat. In solchen Fällen muss möglicherweise mehr als ein Erdstab gesetzt werden. Auch ein Untergrundkabel gehört zur Grundausstattung für die perfekte Erdung dazu. Bei den meisten Weidezaungeräten zählt ein Erdstab mit zum Lieferumfang.  

 

5. Verbinder und Spanner

Damit das Zaunmaterial nicht durchhängt, ist es sinnvoll an den entsprechenden Stellen Zaunspanner zu verwenden. Verbinder sind notwendig, um die Enden von Breitbändern, Seilen, Drähten oder Litzen so zusammenzuführen, dass der Strom ungehindert weiterfließen kann. Niemals sollte man Zaunmaterial knoten, da dies den Stromfluss maßgeblich beeinträchtigt.

 

6. Akkus und Batterien

Wer seinen Weidezaun mit 12Volt oder 9Volt Geräten betreibt, der sollte entsprechende Akkus und Batterien vorrätig haben. Auch hier ist es ratsam, zu speziell entwickelten Akkus und Batterien zu greifen und auf Qualität zu achten. Super Vlies Akkus zum Beispiel zeichnen sich durch eine besonders lange Laufzeit aus, die auch am Ende gleichbleibend stark ist, außerdem können sie sehr häufig auf- und entladen werden, ohne an Leistungskraft einzubüßen.

 

7. Kontrollgeräte und Warnschilder

Da sich eine Weidezaunanlage  in der freien Natur befindet, ist sie vielen Wetterkapriolen und unvorhersehbaren Ereignissen ausgesetzt. Deshalb sollte eine Anlage ständig überprüft werden. Wie ist der Ladezustand des Weidezaungerätes? Gibt es Störungen in der Impulsübertragung? Ist irgendwo zu viel Bewuchs entstanden, der zu Ableitungen führt? Gibt es Schäden durch herabgefallene Äste oder Sturm? Damit Sie die Antwort auf diese und weitere Fragen bezüglich der Sicherheit Ihres Weidezaunes leichter erhalten, gibt es verschiedene Kontrollgeräte. Der Gesetzgeber schreibt es vor, dass Weidezaunanlagen regelmäßig kontrolliert werden. Einfacher geht das etwa mit digitalen Kontrollgeräten, die Ihnen Fehlerquellen genau anzeigen. So sparen Sie sich lange Wege, viel Zeit und auch Nerven. Außerdem verlangt das Gesetz, dass Weidezaunanlagen durch entsprechende Warnschilder gekennzeichnet werden, um unbedachten Fußgängern eine unangenehme Erfahrung zu ersparen.    

 

 

Tipps für den Weidezaun Aufbau

 

Bevor Sie damit beginnen, Ihren Weidezaun aufzubauen, sollten Sie dessen Verlauf genau planen. Wo liegen die Grundstückgrenzen? Welche Vorschriften gilt es, etwa bei der Überbrückung eines öffentlichen Weges, zu beachten? Außerdem macht es Sinn, möglichst alle Komponenten für den Weidezaun und das benötigte Werkzeug parat zu haben. Wenn dies der Fall ist, können Sie loslegen.

 

Schritt 1: Setzen der Zaunpfähle

Je nach Pfahlart und Bodenbeschaffenheit sollten Sie auf die empfohlene Tiefe achten, die nötig ist, um für Stabilität zu sorgen. Außerdem ist es wichtig, den richtigen Pfahlabstand zu wählen. Dazu unten auf dieser Seite mehr.

 

Schritt 2: Anbringen der Isolatoren

Stehen die Pfähle, werden die Isolatoren an den Pfählen angebracht. Dies geschieht in den meisten Fällen durch einfaches Einschrauben. Beachten Sie dabei strengstens die Abstände. Je nach Anzahl der Ebenen, in denen das Zaunmaterial verlaufen soll, müssen pro Pfahl mehrere Isolatoren angebracht werden. Zu den empfohlenen Abständen zwischen den Ebenen finden Sie unten auf dieser Seite weitere Infos.

 

Schritt 3:  Anbringen des Leitermaterials

Nun wird das Leitermaterial – also Breitband, Seil, Litze oder Draht – angebracht. Dieses wird nicht nur an den Pfählen mithilfe der Isolatoren angebracht, sondern auch mit dem Weidezaungerät verbunden.

 

Schritt 4: Erdstab einbringen

Um für eine gute Erdung zu sorgen, muss schließlich noch ein Erdstab in den Boden gerammt werden. Bei trockenen Bodenverhältnissen ist mitunter mehr als ein Erdspieß notwendig.

 

Schritt 5: Probebetrieb

Nun kann die Weidezaunanlage probeweise in Betreib genommen werden. Nutzen dazu ein Kontrollgerät, um die Spannung zu überprüfen und mögliche Störungen zu finden.

 

Schritt 6: Warnschilder

Wenn alles reibungslos funktioniert, bringen zu guter Letzt noch die Warnschilder an. Diese sollten in regelmäßigen Abständen für alle Passanten gut zu sehen sein.

 

 

Pfahlabstände bei Weidezaunanlagen

 

Bei den Abständen zwischen den Pfählen kommt es natürlich auf die Bedingungen vor Ort an. Unebenheiten oder plötzliche Höhenunterschiede erfordern mitunter Flexibilität bei den Pfahlabständen. Um ein Durchhängen des Leitermaterials zu vermeiden, haben sich in der Regel folgende Abstände zwischen den Pfählen bewährt:

 

Litzen und Drähte: 6m bis 8m

Breitband von 4cm: 3m 

Breitband von 2cm: 5m 

Breitband von 1cm:  6m bis 8m

Elektroseil von 7-8mm Durchmesser: 4m

Elektroseil von 5-6mm Durchmesser: 6m

 

 

Zaunhöhe und Anzahl der Ebenen für Leitermaterial

 

Entscheidend für die Höhe des Zaunes und die Anzahl der Ebenen ist natürlich das Tier, welches Sie hüten möchte. Dabei kommt es sehr auf Springqualitäten und Temperament an. In der Regel haben sich aber folgende Richtwerte als sicher erwiesen:

 

Großpferde : drei Drähte auf 50, 95 und 140cm Höhe

Kleinpferde und Ponys: drei Drähte auf 45, 75 und 120cm Höhe

Milchkühe und Kälber: zwei Drähte auf 60 und 90-110 cm Höhe

Rinder und Bullen: drei Drähte auf 45, 75 und 100-110 cm Höhe

Schafe und Ziegen: vier Drähte auf 30, 45-50, 60-65 und 90-120 cm Höhe

Schweine: drei Drähte auf 20, 35 und 50 cm Höhe

Wildschweine: drei Drähte auf 30, 50 und 80 cm Höhe 

Rotwild: fünf Drähte auf 30, 50, 85, 115 und 140 cm Höhe

Hunde: vier Drähte auf 20, 40, 60 und 80 cm Höhe

Hasen und Kaninchen: vier Drähte auf 20, 30, 40 und 50 cm Höhe

Geflügel und Katzen: vier Drähte auf 20, 40, 60 und 80-105 cm Höhe

Netzhöhe Schafe: 90 cm

Netzhöhe Ziegen: 105-120 cm